In diesem Jahr werden mehr Christbäume als in den Jahren zuvor aufgestellt.

Rund um den Jahreswechsel und besonders jetzt in der Weihnachtszeit gibt es auf der ganzen Welt die unterschiedlichsten Traditionen und Bräuche. Auch in Österreich unterscheiden sich diese teilweise von Region zu Region, doch eine Tradition wird im ganzen Land geteilt: das Aufstellen eines Weihnachts- bzw. Christbaums. Die Geschichte des geschmückten Baums ist voller Mythen. So ist öfters die Rede, dass der Weihnachtsbaum von den heidnischen Germanen erfunden wurde, welche die Zweige der Tanne als Zeichen ewiger Lebenskraft verehrt haben sollen. Belege für den ersten geschmückten Baum im Inneren eines Hauses stammen aus dem 16. Jahrhundert. Es wird von einem mit Äpfeln, Datteln, Nüssen, Papierblumen und Brezeln geschmückten Tannenbaum berichtet, der im Zunfthaus in Bremen aufgestellt wurde. In Basel sollen Schneidergesellen ebenfalls Ende des 16. Jahrhunderts mit einem grünen Baum, der mit Käse und Äpfel behängt wurde, umhergezogen sein. In den Herbergen aufgestellt, naschten sie dann von diesem. Ebenfalls häufig zu lesen ist, dass der Brauch in Straßburg entstand. In einer Chronik aus dem 17. Jahrhundert ist nachzulesen, dass zu dieser Zeit bereits Weihnachtsbäumchen mit Oblaten, Äpfeln, Papierrosen und „Zischgold“ (goldglänzende Flitter aus dünnen Metallplättchen), jedoch noch ohne Kerzen, geschmückt wurden. Ab 1730 wurden auch Kerzen auf die Bäume gegeben. Der Brauch mit dem geschmückten Baum verbreitete sich zuerst in den Städten und in wohlhabenden Häusern. Schnell kamen auch die Fürstenhäuser und der Adel auf den Geschmack.

Mehr Christbäume in diesem Jahr

Eine gewisse Frau Fanny Arnstein, Berlinerin und mit dem jüdischen Bankier Nathan Arnstein verheiratet, soll den Brauch im Jahr 1814 schließlich nach Wien gebracht haben. Mittlerweile stehen die grünen Weihnachtsbäume – oder auch Christbäume genannt – in gut 70 Prozent der österreichischen Haushalte, das sind ca. 2,8 Millionen Christbäume, die aufgestellt werden. Dabei setzen die Österreicher auf Naturbäume und nicht auf die Plastikvariante (lediglich ca. 10 %). Heuer schätzen die Christbaumbauern coronabedingt mit einem höheren Bedarf an Bäumen. Durch die Einschränkungen, die sich auch über die Feiertage hinweg ziehen, sind mehr Menschen zuhause als in den Jahren zuvor. „Ein schön geschmückter Baum und die wohlige Atmosphäre, die er ausstrahlt, kann da wenigstens ein bisschen Freude bringen“, erzählt Markus Scholl, Christbaumverkäufer. Den ersten Platz unter den beliebtesten Weihnachtsbäumen belegt die Nordmanntanne. Starke Äste, ein gleichmäßiger und eher dichter Wuchs sowie die lange Nadelhaltbarkeit überzeugen die Käufer. Korktanne, Coloradotanne oder Faser-Tanne werden ebenfalls hierzulande angebaut und können eine Alternative zur Nordmanntanne sein. Jede Baumart hat ihre Vorteile, über die Christbaumzüchter und -verkäufer sehr gerne informieren.

Ökologisch wertvoll

Viele heimische Betriebe züchten Christbäume seit Generationen. Dabei steht der behutsame Umgang mit der Natur im Vordergrund, denn schließlich sollen noch viele weitere Generationen etwas von der Christbaum-Tradition haben. Ein nachhaltiger Anbau, eine natürliche Vermehrung und die Zusammenarbeit mit regionalen Produzenten spielen dabei eine wichtige Rolle. Bevor die Bäume für Weihnachten festlich geschmückt werden, sind die Christbaumkulturen ökologisch sehr wertvoll. Als Lebensraum für unterschiedliche Vögel, Paradies für Insekten oder als natürlicher Luftfilter bzw. Wasserspeicher – die ökologischen Vorteile sind nicht zu unterschätzen. Mit dem Kauf eines heimischen Baumes verschönern Sie also nicht nur Ihr Zuhause, sondern tun auch dem Klima etwas Gutes. Das Kulturgut Christbaum ist zeitlos aber nicht verstaubt. So hat es sich beispielsweise die grenzüberschreitende Interessensgemeinschaft der Jungweihnachtsbaumanbauer (IGW) – ein Zusammenschluss von rund 70 österreichischen und deutschen Mitgliedern – zur Aufgabe gemacht, den Christbaum auch in den sozialen Medien (z.B. Facebook) präsent zu machen. Innovative Marketingideen sollen dabei helfen, die Vermarktung des regionalen Weihnachtsbaumes zu stärken.

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