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100 Jahre Gramiller

Ursprünglich als Handel mit Häuten, Fellen, Därmen und Bedarfsartikeln für Fleischer gegründet, hat sich Gramiller dank richtungsweisender Entscheidungen zum Komplettanbieter für viele Lebensmittelverarbeiter in Handwerk, Gewerbe und Industrie und artverwandte Branchen entwickelt. Das Angebot reicht dabei wirklich von A-Z: Vom Ausbein- bis zum Zerlegemesser, Aufhängelinien, Füller, Würfelschneider, Kutter und Slicer, Dosieranlagen, Wölfe, Scherbeneiserzeuger, Klima- und Hygienetechnik, Ladenausstattungen, Pökelinjektoren, Rauchund Kochanlagen, Kisten- und Formenwaschanlagen, Reinraumtechnik inklusive Klimatisierung und Verpackungslinien reicht die Hardware der zwölf Unternehmen, für die Gramiller in Österreich die Generalvertretung hat. Durch diese generationenübergreifenden Kontakte ergibt sich naturgemäß auch eine geballte Ladung an Know-how, das immer am Puls der Zeit ist und das in alle Bereiche des Unternehmens einfließt: Für die Gramiller-Kunden am sichtbarsten wird dies bei den Servicetechnikern, die tagtäglich dafür sorgen, dass sich die Räder drehen. In der Planung und Abwicklung von größeren Projekten wie Betriebserweiterungen oder Produktionsneubauten ist dieses breite Wissen das wesentlichste Asset, das Betrieben jeder Größe zugute kommt. „Es geht schon lange nicht mehr um den Verkauf von Maschinen, sondern darum, dass wir unseren Kunden Produktsicherheit bieten können“, erläutert Komm- Rat Dr. Franz Gramiller den Kern der Firmenphilosophie des Familienunternehmens. Die operative Leitung des Geschäfts hat er vor einigen Jahren in die Hände der nächsten Generation gelegt. Seit 2011 stehen Mag. Barbara Gramiller und DI Gerhard Pockenauer- Gramiller mit ebenso viel Verve und Einsatz an der Spitze des Unternehmens.

Branchenübergreifend unterwegs

100 Jahre GramillerDie Wurzeln des Unternehmens im der Fleischverarbeitung lassen sich nach wie vor nicht leugnen, und viele der Maschinen, die das Salzburger Traditionsunternehmen verkauft und serviciert, finden sich ebendort. Nachdem die gesamte Lebensmittelbranche aber ähnliche Be- und Verarbeitungsprozesse aufweist, war der Cross-Over irgendwann naheliegend. So finden sich etwa Füller und Portionierer in der Backwarenerzeugung, vollautomatische Schneide- und Verpackungslinien in der Käseproduktion oder Waschanlagen für die Reinigung von allerlei Behältnissen sorgen für hygienische Sauberkeit sowohl bei E2-Kisten als auch bei Backblechen oder eben bei Käseformen. Apropos Slicer und Käse: Hier stellen sich, so erzählt Dr. Gramiller, ganz besondere Herausforderungen, wenn es um das gewichtsgenaue Schneiden geht. Vor allem dann, wenn der Schnittkäse keine homogene Struktur aufweist, sondern eine mehr oder weniger große Lochung. „Hier stehen wir in der Slicertechnik vor der Herausforderung, Luft verwiegen zu müssen, damit in der SB-Packung immer die gleiche Menge ist“, erzählt Gramiller mit einem Schmunzeln. Doch auch diese kniffligen Problemstellungen werden von der Salzburger Technologiedrehscheibe gelöst.

Verpackungstechnik

Das stärkstes Segment im Gramiller- Portfolio, das quer durch alle Branchen zum Einsatz kommt, ist die Verpackung. Die Notwendigkeit sich auch mit der Verpackung von Lebensmitteln zu beschäftigen, erkannte Dr. Franz Gramiller schon zu Ende der 1970er- Jahre: „Ich musste allerdings erst meinen Vater von der Notwendigkeit, in dieses Geschäftsfeld einzusteigen, überzeugen, was gar nicht so einfach war“, erinnert sich der Senior. Die rasante technische Entwicklung lässt sich am besten am ersten bei Gramiller verkauften Tiefzieher (ein Tiromat) erkennen, der vor kurzem einen Platz im Firmenmuseum bekam. „Die technische Entwicklung ist gewaltig und in der Verpackungstechnik werden laufend echte Innovationen getätigt“, so Franz Gramiller. Plastikreduktion durch dünnere Folien ist bereits länger ein Thema, hochaktuell ist die verbesserte Ressourcenschonung in Form von tiefziehtauglichen Papier-Kunststoffverbundsystemen, die sich auch einfach wieder trennen und damit recyclen lassen. Auch in Sachen Folienhandling kommen laufend Verbesserungen auf den Markt, die den Anwendern neue Möglichkeiten eröffnen.

Turbulente Zeiten

Eine Frage, die sich vor allem in wirtschaftlich turbulenten Zeiten wie gerade aktuell aufdrängt, ist die nach den Parallelen zur Vergangenheit: „Wie viele andere Branchen sind auch wir nicht abgekoppelt vom aktuellen Geschehen. Das war in den Anfangsjahren unseres Unternehmens nicht anders als heute und jede Zeit bringt ihre Herausforderungen mit sich“, gibt Dr. Franz Gramiller Auskunft und verweist im gleichen Atemzug auf die Wurzeln des Unternehmens im Fleischergewerbe: „Da ist es besonders schön zu sehen, dass das heimische Gewerbe überraschend lebendig ist und in Modernisierungen investiert.“ Schwierig sieht er den Entfall der wichtigen Leitmessen, allen voran der Interpack in Düsseldorf. „Wie das für Aussteller und Kunden gleicher Maßen wichtige Messegeschehen im nächsten Jahr über die Bühne gehen wird, steht in den Sternen“, so Dr. Gramiller, und nennt als Beispiel die im nächsten Jahr anstehende Anuga FoodTec, die sich zu einem wichtigen Event entwickelt hat. Herausforderungen wären aber auch in der Vergangenheit immer wieder auf der Tagesordnung gestanden, diese wären – wie auch heute – durch die Kraft eines inhabergeführten Unternehmens gut zu bewältigen gewesen.

Know-how

Ein Geschäftsfeld, das nicht unbedingt mit dem Vertrieb von Maschinen und Know-how für den Lebensmittelsektor in Verbindung gebracht wird, sind die Leistungen, die von Gramiller in der Medizinsparte erbracht werden. Wobei dieses als quasi unabhängiger Teil funktioniert. „Der Einstieg in diesen Sektor war unser Know-how in der Verpackung. Die Erfahrungen aus der Reinraumtechnik, die im Lebensmittelbereich bei Slicer- und Verpackungslinien mit strengsten Auflagen verbunden ist, kommt uns hier eindeutig zugute“, erläutert Dr. Gramiller und verweist dabei auch auf die teils wesentlich strengeren Auflagen, die in der Lebensmittelverarbeitung eingehalten werden müssen. Mit dieser Expertise im Hintergrund liefert Gramiller Verpackungslösungen für allerlei medizinische Massenartikel wie Kanülen, Spritzen und andere Einwegartikel aus dem klinischen Alltag. Durch die Breite des Themas hat sich die Verpackungstechnik in den letzten Jahren zum wichtigem Standbein des Unternehmens entwickelt. Will man den langen Weg des Unternehmens vom einfachen Handel mit Bedarfsartikeln zum Technologieführer zusammenfassen, hat man bei Gramiller einen ebenso einfachen wie griffigen Slogan formuliert: „Wir handeln mit über 100 Jahren Branchenerfahrung. Damit können sich unsere Kunden darauf verlassen, dass ihre Anfragen, Wünsche und Projekte in den besten Händen sind und gemeinsam mit unseren Kunden Lösungen gefunden werden.“

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