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Trocknen, Darren oder Dörren

Sommer ist Erntezeit und somit auch die richtige Zeit, um Lebensmittel haltbar zu machen. Eine der ältesten Mehode ist dabei das Trocknen. Obst, Gemüse und auch Kräuter und Gewürze sind bestens dafür geeignet, wobei die Methoden dazu sehr unterschiedlich sind. Je nach Größe der Erntemenge und des Produktes eignet sich das Trocknen an der Sonne etwa für Rosinen oder im Schatten für Kräuter. Das Trocknen auf Holzgerüsten, ohne zusätzliche Hitzezufuhr, ist für Kräuter und Blüten besonders schonend. Beim Dörren oder Darren kommt eine zusätzliche Wärmequelle zum Einsatz, entweder in ursprünglichen Darren oder in modernen Trocknungsanlagen für größere Obst- und Gemüsemengen.

Revival der alten Backhäuser

Früher hatte jeder Bauernhof ein eigenes Backhaus, in dem auf speziellen Dörrvorrichten vor allem Obst getrocknet wurde, um Vorräte für den Winter anzulegen. Immer weniger notwendig, verfielen immer mehr Backhäuser und es wurde immer weniger getrocknet. Doch durch den Trend, regionale und saisonale Lebensmittel zu essen und Lebensmittel nicht zu verschwenden, ist das Trocknen und Dörren wieder aktuell geworden. Ebenso verstärken vegetarische oder vegane Ernährungsformen die Nachfrage nach getrocknetem oder gedörrtem Obst und Gemüse. Einige Direktvermarkter haben sich bereits auf Trockenobst spezialisiert und nutzen das große, aber häufig ungenutzte Potenzial in der Obstverarbeitung. Die klassischen Obstverarbeitungsprodukte sind immer noch Säfte, Most, Schnaps und Marmeladen. Neben den klassischen Obstverarbeitungsprodukten ist Trockenobst ein Nischenprodukt, aber eine Alternative zur Sortimentserweiterung und auch für Obstarten, die sich nur bedingt für die Saft- bzw. Obstweinherstellung eignen. Daher werden einige Backhäuser wieder errichtet und genutzt, oder es wird in moderne Trocknungsgeräte investiert. Neben Obst wird auch vermehrt Gemüse getrocknet, vor allem Wurzel- und Knollengemüse wie Karotte, Pastinake und Rote Rübe eignen sich dazu. Getrocknet entsteht so ein schmackhaftes Knabbergemüse, es kann aber auch als Würz- und Suppengemüse verwendet werden. Als Dekochips auf Gerichten oder zur Verwendung für Pürees, die Einsatzmöglichkeiten in der Küche sind vielfältig.

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