Mittwoch - 21.02.2024
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Hopfen – Arznei und Genuss

Hopfen und Malz, Gott erhalt`s. Es ist das Bier, in dem Hopfen hauptsächlich verwendet wird, er sorgt für den leicht bitteren Geschmack, die Stabilität und die Haltbarkeit des Bieres. Als Hopfen für das Bier werden die weiblichen Blütenstände der Schlingpflanze aus der Familie der Cannabisgewächse genutzt. In den Scheinähren sitzen die Lupulindrüsen, aus denen sich die Hopfenzapfen bilden. Doch Hopfen ist auch eine Heilpflanze und die Triebe der Pflanze werden in der Küche verwendet.

Wuchsfreudig und langlebig

Hopfenpflanzen treiben jedes Jahr neu aus und wachsen bis zu sieben Meter in die Höhe. Die Wurzeln dringen tief ins Erdreich ein und wachsen bis zu vier Meter in den Boden. Und trotz der langen Wurzeln benötigt die Pflanze viel Wasser und Nährstoffe für den kräftigen Wuchs. Etwa 30 Jahre verbleiben die Pflanzen in einer Hopfenplantage, das bedeutet viel Pflege und Nährstoffe. Aber Hopfen gedeiht auch als Wildpflanze gut. Hopfen ist mit Hanf verwandt, aber er wirkt nicht berauschend, im Bier ist dafür der Alkohol und nicht der bittere Inhaltsstoff verantwortlich. Im Gegenteil, er wirkt eher beruhigend und schlaffördernd. Die heimischen Brauereien können ihren Bedarf als Bierzutat nicht ganz aus österreichischem Anbau decken. Etwa 60 Prozent des heimischen Bedarfes wird in den Anbauregionen produziert, der Rest muss importiert werden. Im Mühlviertel wird Hopfen auf 155 Hektar geerntet, in Leutschach auf rund 99 Hektar und im Waldviertel auf 14 Hektar, damit ist Österreich ein kleiner Hopfenproduzent, der Rest kommt vor allem aus Deutschland und Tschechien.

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Hopfensorten fürs Bier

Die unterschiedlichen Sorten tragen klingende Namen wie Saphir, Perle, Trsikel oder Cascade. Doch grob unterscheiden Brauereien zwischen Bitter- und Aromahopfen. Bitterhopfensorten verleihen dem Bier, wie der Name schon verrät, die gewünschte Bitterkeit, bringen aber wenig Aroma mit. Beim Aromahopfen ist das Verhältnis umgedreht, er sorgt für typische Hopfenaromen, weist daher einen geringeren Bitterstoffgehalt (Alphawert) und einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen auf. Zu den beiden Sorten gibt es noch Flavourhops, hocharomatische Hopfensorten, die in Spezialbieren verwendet werden. Sie sorgen für Fruchtaromen wie Zitrus, Passionsfrucht oder Beere.

Gut für den Schlaf

Als Arzneipflanze werden die Hopfenzäpfen genutzt. Getrocknet als Tee wirkt er vor allem beruhigend und schlaffördernd und ist somit Bestandteil vieler Schlaftees. Die schlaffördernden Inhaltsstoffe Humulon und Lupulon wirken besonders gut, wenn sie mit anderen beruhigenden Heilpflanzen wie Melisse, Baldrian oder Passionsblume, kombiniert werden. Aber er wirkt auch harntreibend, verdauungsfördernd und bei Frauen zusätzlich menstruationsfördernd. Er soll auch krebshemmend wirken.

Hopfensprossen als Spargelersatz

Die jungen, etwa 20 cm langen Triebe der Hopfenpflanze werden geerntet und ähnlich wie grüner Spargel zubereitet. Sie sind dünner und weicher als grüner Spargel und schmecken etwas bitter. Früher wurden diese Triebe als Spargelersatz verwendet. Ähnlich wie beim grünen und weißen Spargel ist es auch beim Hopfen. Es gibt neben den grünen, oberirdisch wachsenden Trieben, auch die unterirdisch wachsenden weißen Sprossen, wenige Zentimeter groß, die nur einige Wochen im Frühjahr Saison haben. Diese jungen Sprossen schmecken würzig, nussig, erinnern etwas an Mais und sind knackig, wie die weißen Spargelspitzen. Das sind die eigentlichen Hopfensprossen, die manche Hopfenbauern ernten und zubereiten. Die Ernte ist äußert mühsam, da die Sprossen vorsichtig ausgegraben und dann an der richtigen Stelle mit Daumen und Zeigefinger behutsam gebrochen werden sollen. Der Preis, falls man überhaupt die Möglichkeit hat, diese Delikatesse zu kaufen, ist astronomisch. Für ein Kilo der Sprossen benötigt man jedoch ein Stunde für die Ernte.

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