Jeder Gärtner und jeder Landwirt ärgert sich über Giersch im Garten, da er sehr wuchert und praktisch nicht auszurotten ist. Sein weit verzweigtes Wurzelwerk bildet ständig neue Ausläufer. Dabei sind die Blätter roh oder gedünstet als Gemüse sehr schmackhaft. Das Aroma erinnert an Petersilie. Die Blätter enthalten sehr viel Vitamin C und übertreffen damit den Vitamin C-Gehalt aller kultivierten Gemüsesorten. Kopfsalat enthält um ein fünfzehnfaches weniger davon. Zusätzlich soll Giersch harntreibend und entzündungshemmend wirken.

In der Küche

Neben Brennnesseln zählt das Kraut zu den ältesten und meist verwendeten Wildgemüsearten. Gegessen werden die jungen Blätter, die ähnlich wie Spinat zubereiten werden. Sie eignen sich für Salate, Aufstriche, Gemüse und Suppen oder werden auch nur zum Würzen von Gerichten verwendet. Junge, zarte Blätter vor der Blüte schmecken würzig, erinnern leicht an Petersilie und Karotte, ältere Blätter schmecken intensiver und leicht bitter. Er schmeckt sehr gut in Kombination mit anderen Wildkräutern wie Bärlauch, Brennnesseln oder Vogelmiere für Kräutersuppen oder Strudel, Quiches und Aufläufe. Leider ist das Wildkraut etwas in Vergessenheit geraten, doch gerade im Frühjahr liefert es die ersten schmackhaften Blätter, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen sind. Mit etwa 200 mg Vitamin C pro 100 g enthält es 15 Mal so viel wie Kopfsalat oder 4 Mal so viel wie Orangen. So gesehen ist es das ideale Gärtnergemüse, das gesünder und anspruchsloser als Salat ist und Schneckenplagen und Trockenheit übersteht. Was will man mehr. Auch bei den Mineralstoffen ist das Wildkraut unschlagbar. Kohlgemüse gilt als besonders gesund und enthält etwa 2 mg Mineralstoffe pro 100g. Der Giersch bringt es auf unglaubliche 27 mg pro 100 g, also 13 Mal so viel.

Volksmedizin

Als Zipperleinkraut bezeichnet, soll er gegen verschiedene Krankheiten helfen, vor allem bei Gicht und Rheuma. Verantwortlich dafür soll die Blut reinigende und Harnsäure ausschwemmende Wirkung sein. Auch wenn neue wissenschaftliche Untersuchungen keinen Wirkstoff gegen Gicht und Rheuma bestätigen können, so ist es zumindest einen Versuch wert, vermehrt Giersch zu essen. Denn der hohe Mineralstoffgehalt wirkt entwässernd und fördert somit die Ausscheidung. Des Weiteren soll er entkrampfend und leicht schmerzstillend wirken, was auch bei Erkältungen oder Husten helfen kann.

Ähnliche Artikel