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Erdnüsse: Exotische Hülsenfrüchte

Nicht nur um die Weihnachtszeit sind Erdnüsse sehr gefragt. Auch unter dem Jahr sind sie als Snack zum Knabbern, zu Mus oder Öl verarbeitet oder als Zutat in Speisen gerne gesehen. Ihren Ursprung hat die Erdnuss zwar in den Anden, doch auch hierzulande wird mit dem Anbau experimentiert.

Die Erdnuss ist keine Nuss

Anders als der Name vermuten lässt, ist die Erdnuss gar keine Nuss, sondern gehört botanisch gesehen zu den Hülsenfrüchten. Sie ist also mit der Erbse und den Bohnen verwandt. Das englische Wort für Erdnuss – also „peanut“ – kombiniert die Wörter Erbse (pea) und Nuss (nut), im Deutschen richtet man sich mehr nach der Anbauart. Die Tatsache, dass die Früchte, also die „Nüsse“, unter der Erde wachsen und erst bei der Ernte ausgegraben werden, brachte ihr den Namen Erdnuss ein. Bis die Ernte eingefahren werden kann, dauert es jedoch etwas. Die Erdnusspflanze ist einjährig, was soviel heißt, dass jedes Jahr neue Kerne gesät werden müssen, aus denen dann die Erdnüsse heranreifen. Das was wir schlussendlich essen ist der Samenkern der Pflanze. Wenn sich die Blätter der Pflanze beginnen gelb zu verfärben, dann ist die Erdnuss reif. Mit Traktoren und Maschinen werden die Erdnüsse entwurzelt und anschließend für zwei Tage auf dem Feld zur Trocknung liegen gelassen. Beim Einsammeln werden die Kerne von der Pflanze getrennt, wobei der obere Teil (das Grünzeug) auf dem Feld verbleibt und als Dünger verwendet wird. Die Kerne (was wir als Erdnüsse bezeichnen) werden dann nochmals getrocknet, bevor sie verzehrt bzw. verarbeitet werden können. Viel Sonne und wenig Regen sind essentiell für den Anbau, weshalb die Erdnuss vor allem in den Südstaaten der USA, Brasilien, Ägypten, Argentinien und im Senegal heimisch ist. Ihren Ursprung hat die Erdnuss in den Anden, wo es sie schätzungsweise seit mindestens 7.600 Jahren gibt.

Vollgepackt mit Nährstoffen

Auch bei den Erdnüssen gibt es unterschiedliche Sorten: Die Sorte „Spanish“ ist an der rotbraunen Haut zu erkennen und ihr Ölgehalt ist höher als bei anderen Sorten, weshalb aus ihr gerne das schmackhafte Erdnussöl gewonnen wird. „Runners“ wird vor allem in Amerika angebaut und ist ertragreich sowie widerstandsfähig. „Virginias“ bilden sehr große Kerne und in der Fruchthülle der Sorte „Valencia“ bilden sich nicht nur zwei Kerne, sondern gleich drei oder vier. Eines haben die verschiedenen Sorten gemeinsam: die Nüsse sind vollgepackt mit Nährstoffen. Viel pflanzliches Eiweiß, Fett und wichtige Nährstoffe wie Magnesium und Eisen wirken sich positiv auf den Körper aus. Erdnüsse sind ziemlich fetthaltig und kleine Kalorienbomben (599 kcal pro 100 Gramm), die Kohlenhydrate halten sich mit gut 7 Gramm pro 100 Gramm dafür in Grenzen. Nicht selten können bestimmte Inhaltsstoffe der Erdnuss eine Allergie hervorrufen und ihr Verzehr Atemnot oder Anschwellen von Mund und Augen auslösen. Deshalb befinden sich Erdnüsse auch auf der Liste der Hauptallergene und es ist verpflichtend anzugeben, wenn sich diese in einem verpackten Lebensmittel befinden.

Heimischer Anbau

Erdnüsse aus Österreich? Ja, auch das gibt es. 2018 startete die Familie Romstorfer im Weinviertel/ Niederösterreich das Experiment „Bio-Erdnussanbau“. Aus einem Probe-Hektar wurden mittlerweile gut 12 Hektar, auf denen die Bio-Landwirte die einjährige, krautige Pflanze anbauen – ganz ohne dem Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel. Auch in Tirol wurde schon herumprobiert. 2018 baute die Landwirtschaftskammer Tirol auf einem Versuchsfeld Erdnüsse an und konnte immerhin ca. 200 Kilogramm Erdnüsse ernten. Wenn die Erdnuss genügen Sonnenstunden, ausreichend Wasser und viele Nährstoffe bekommt, dann kann sie also auch auf bzw. im heimischen Boden wachsen. Auch im eigenen Garten können Erdnüsse angebaut werden. Da sie es warm und sonnig mag, sollte der Standort auch dementsprechend gewählt werden – besonders gut eignen sich ein Glasgewächshaus oder der Wintergarten. Zwischen 25 und 30 Grad Celsius sind ideal. Die Anzucht im Topf mit feuchter Erde empfiehlt sich, da die Erdnusspflanze eine hohe Luftfeuchtigkeit bevorzugt. Frische und geschälte Erdnüsse sollten in einem Abstand von ca. 5 Zentimetern eingesetzt werden. Eine Frischhaltefolie mit Löchern über dem Topf beschleunigt den Keimvorgang. Die Löcher verhindern eine Schimmelbildung und auch eine Staunässe sollte vermieden werden. Hat die Pflanze eine Höhe von ca. 10 Zentimetern erreicht, können die einzelnen Pflanzen in größere Töpfe umgesetzt werden. Erntereif sind die Erdnüsse, wenn sich die Blätter der Pflanze leicht gelb färben.

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