Sonntag - 21.04.2024
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Die beste Blutwurst

Die Bruderschaft der Blutwurstritter hat heuer wieder an ihrem traditionellen Ort und Zeitpunkt die Riege der Blutwursterzeuger zum Wettbewerb um die beste Blutwurst geladen.


Im Vorjahr durch die europaweite Corona-Epidemie im Herbst veranstaltet, steht sie jetzt wieder im Frühlingsveranstaltungsplan. Auch hier zeigt sich zum ersten Mal eine langsam durch Europa schleichende Seuche. Das Fleischersterben macht auch in den europäischen Nachbarländern nicht halt. Der Wettbewerb hatte in den letzten Jahren vor Corona noch immer eine leichte Teilnehmersteigerung. In diesem Jahr gab es einen merklich starken Rückgang der teilnehmenden nationalen und internationalen Fleischerbetriebe. Es wird augenscheinlich noch härter und schwieriger für die kleinen gewerblichen Fleischerbetriebe.

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Sorgfältige Verkostung

Am 16. März 2023 wurden die letzten Pakete angeliefert. Die Damen und Herren der Bruderschaft öffneten jedes einzelne. Sorgfältig prüften sie die Produkte und Begleitschreiben, trugen die Daten mit einer Codezahl in eine Datenbank im Computer ein. Mit dieser Codezahl wurde jede Blutwurst auf einem Teller gekennzeichnet. Danach kamen diese in den Kühlraum, wo sie nach Regionen und Ländern geordnet auf Transportwagen standen. Im Anschluss an das gemeinsame Mittagessen wurde mit der Vorauswahl begonnen. Aus dem Kühlraum transportierte man die Produkte zu den Verkost-Tischen, die nach Ländern, Regionen und Produktgruppen geordnet sind. Am Freitag begann die publikumswirksame Messe. Einige tausend Menschen waren am Gelände und in der Halle des Wettbewerbes war vor den Absperrungen dichtes Gedränge. Mit Unterstützung aus anderen Confrérien, das sind Feinschmeckergruppen, begannen die Beurteilungen. Am Abend waren die Verkoster mit ihrer Arbeit fertig und die Daten wurden nach und nach in die Computer eingegeben. Ab Sonntag, so der Plan, sind die Ergebnisse der Teilnehmer im Internet abzurufen.

Wer kann wie gewinnen?

Einige wichtige Detailinformationen zu diesem Wettbewerb: Frankreich ist in sieben Regionen geordnet. Um die große Teilnehmeranzahl und die speziellen regionalen Unterschiede in der Art und Tradition Frankreichs zu berücksichtigen ist das auch notwendig. Jede dieser Regionen hat einen Sieger und aus diesen wird der Gewinner Frankreichs ermittelt. Die Teilnehmer aus anderen Staaten werden nach ihrer Staatszugehörigkeit eingeteilt. Sind zu wenige Teilnehmer aus dem Land, so werden bei den Kreativ-Bewerben ähnliche Volksgruppen zusammengelegt um daraus die Sieger zu ermitteln. Sieger der verschiedenen Gruppen sind bei Ländern mit genügend Teilnehmern möglich. Danach werden Goldmedaille, Silbermedaille und Bronzemedaille vergeben. Um Österreichmeister zu werden muss der Sieger in jeder Produktgruppe mindestens eine Bronzemedaille erreicht haben sowie die höchste Gesamtbeurteilung des Landes. Gewinnt jedoch ein Teilnehmer den Gesamtsieg, den Weltmeistertitel der Blutwursthersteller, wird für dieses Land der Landessieger nicht ermittelt. Noch zu berücksichtigen ist die Tatsache, dass nur ein gutes Drittel der Teilnehmer mit Auszeichnungen geehrt wird. Gute Produkte einzureichen genügt nicht. Hier findet die Auswahl der Besten unter den besten Herstellern statt. Mit diesem System wird eine Flut von Medaillen gemindert, die Sieger jedoch können mit Stolz ihre Medaillen zur Werbung verwenden. Es bedarf hier einer exakten Verkostung und Beurteilung durch die Mitglieder der Verkostergruppe, die meist aus verschiedenen Berufen kommen und von Fleischermeistern und Köchen bei der Beurteilung unterstützt und beraten werden. Die Produkte werden für Kunden erzeugt und diesen sollen die Blutwürste schmecken, das ist der Grundsatz dieses Wettbewerbes. Interessant ist, dass über ein Produkt eine gemeinsame Beurteilung abgegeben wird. Es wird manches Mal auch von anderen Verkostern eine zusätzliche Meinung eingeholt, um eine breitere Beurteilung zu haben. Beurteilt wird mit Noten, diese werden mit einem Hebesatz nach Wichtigkeit aufgewertet. Die Summe der Bewertungen ergibt die Punkteanzahl. Mit diesen kommen diese Produkte in die Bewertungsgruppen für die Medaillenränge.

And the winner is …

In diesem Jahr waren weniger Teilnehmer bei dem Wettbewerb. Nur 400 Produkte lagen zur Beurteilung bereit. Teilnehmer aus Frankreich, Deutschland, Irland, der Schweiz und Österreich hatten mit ihren Blutwürsten daran teilgenommen. Die österreichischen Fleischer waren heuer mit weniger Teilnehmer vertreten. Die niedrige Beteiligung der Österreicher hatte zur Folge, dass kein Österreichmeister gekürt werden konnte. In den nachfolgenden Kategorien konnten die Österreicher jedoch punkten: In der Kategorie „Traditionelle Blutwurst“ gab es die Goldmedaille für Markus Dormayer, Langenzersdorf und Julius Meiringer, Gols. Über die Silbermedaille freute sich Herbert Klaghofer aus 1160 Wien. In der Kategorie „Blutwurst französischer Art“ holten sich Markus Dormayer, Langenzersdorf und Lukas Haudum, Helfenberg die Bronzemedaille. Zum zehnten Mal hat heuer die Fleischerei Schumann aus Hann-Münden in Deutschland den Weltmeistertitel errungen. Der nächste Bewerb findet wieder am dritten Wochenende im März (14.-15.3.2024) statt.

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