Sonntag - 14.04.2024
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Holunder – erst die Blüte, dann die Beere

Der Holunderstrauch (Sambucus niger) war früher in jedem Bauerngarten zu finden und galt lange Zeit als Allheilmittel. Er wurde so sehr geschätzt, dass zahlreiche Weisheiten über den Holunder geschrieben wurden, etwa von Hieronymus Bock: „Vor dem Holunder zieh‘ den Hut herunter, vor dem Wacholder geh‘ in die Knie…“. Es war auch Volksglaube, dass es Unglück bringt, einen Holunderstrauch umzuschneiden, und bei den Germanen war der Holunder der Wohnsitz der Göttin Holda. Das zeigt, wie wichtig der Holunder in der Volksmedizin war und auch heute noch ist.

Inhaltsstoffe von Blüten und Beeren

Der Holunder beglückt uns zweimal im Jahr, einmal mit den Blütendolden im Frühjahr und einmal mit den reifen Beeren im Spätsommer oder Herbst und beide wirken ausgezeichnet bei Erkältungen. Sie haben eine schweißtreibende und auch immunstärkende Wirkung, die Beeren enthalten zusätzlich noch reichlich Vitamin C und Flavonoide und helfen bei Schnupfen, Husten und Heiserkeit. Ätherische Öle, Gerbstoffe und Saponine machen den Holler so wertvoll.

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Vom Hollerbusch können auch die Blätter oder die Rinde verwendet werden, jedoch gehört das in die Hand des Apothekers und ist nichts für Laien. Die Blüten und Beeren jedoch können gesammelt und für den Winter getrocknet werden. Wer gerne Tee aus den Blüten zubereiten möchte, sollte größere Mengen an Dolden sammeln. Die Blüten werden dazu ohne Stiele getrocknet und verlieren dabei viel an Volumen. In Tees können sie auch gerne mit Lindenblüten oder Thymian kombiniert werden. Auch Säfte oder Liköre werden gerne bei Erkältungen verwendet.

Aromatische Holunderblüten

Süßes aus Holunder hat in Österreich Tradition, wie Gebackenes aus den duftenden Blüten oder das „Hollerkoch“ aus den aromatischen Beeren. In der Küche zeigt der Holunder ganzjährig, was in ihm steckt. Die Blütendolden des Holunders sind nicht lange lagerbar, sie welken schnell und verlieren die Blüten. Daher sollten immer nur kleine Mengen gepflückt werden, die anschließend in der Küche bald verarbeitet werden. Holunderblüten duften intensiv süßlich, auch der Geschmack ist aromatisch.

Prickelndes aus Holunder

Holunderblütensirup lieben nicht nur die Kinder, er eignet sich auch gut für Cocktails und zum Mischen mit Frizzante oder Sekt. Aber aus Holunderblüten lässt sich einiges mehr machen, unter anderem eine Art „Holundersekt“ und damit ist nicht die Kombination von Sekt mit Sirup gemeint. Es werden die Blüten, die im Blütenstaub wilde Hefen enthalten, mit Zucker, Zitronen, Essig und Wasser vergoren. Heraus kommt ein leicht moussierendes Getränk mit einem sehr geringen Alkoholgehalt. Es existieren eine Fülle von Rezepten mit mehr oder weniger Zucker, Essig oder Zitronensäure, je nachdem, wie süß das Getränk werden soll. Die Holunderblüten dafür werden am späten Vormittag nach einigen Tagen Sonnenschein geerntet, da sind das Aroma und der Gehalt an Hefen am höchsten.

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