Freitag - 14.06.2024
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Große Visionen

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Das Weingut Dürnberg in Falkenstein (nördliches Weinviertel) möchte zukünftig mit seinen „Signature Weinen“ zur absoluten Top-Kategorie der österreichischen Weingüter dazugehören.


Um dies zu erreichen, setzt das Weingut auf Aktionäre, die sich direkt beteiligen und als Markenbotschafter funktionieren. Hof&Markt im Gespräch mit Dr. Georg Klein über die Vision den besten Wein zu keltern und das Investieren in Wein.

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Seit wann gibt es das Weingut Dürnberg und wie hat es sich in den letzten Jahren entwickelt?
Das Weingut gibt es seit ca. 30 Jahren und die Geschichte hat so begonnen, dass der Christoph Körner von seiner Großmutter einen kleinen Weingarten bekommen hat. Dort hat er als Hobby-Winzer begonnen und ist nach und nach gewachsen. In der neueren Vergangenheit beginnt unser „Aufstieg“ 2009. Da haben Matthias Marchesani und ich uns an dem Weingut beteiligt und zusammen haben wir uns dazu entschieden, dass wir so richtig Gas geben – das hat sich grundsätzlich sehr bewährt. Der große Vorteil, den wir im Vergleich zu anderen, kleineren Winzern hatten war, dass wir drei Leute waren, die unterschiedliche Dinge gemacht haben. Christoph hat sich auf das Weinmachen konzentrieren können, der Mathias war und ist unser Betriebsmann und ist pausenlos irgendwo unterwegs und ich habe mich um das Kaufmännische gekümmert, um alles was im weitesten Sinne mit EDV zu tun hat. Seit 2009 haben wir unseren Umsatz mehr als verzehnfacht: Im Jahr 2008 lag der Umsatz bei ca. 180.000 Euro und im Vorjahr haben wir erstmals die 2 Millionen- Schwelle durchstoßen. Wir haben im letzten Jahr auch den vierten Falstaff-Stern bekommen und sind somit eines von nur sieben Weingütern im Weinviertel, die 4 Sternen haben. Es gibt noch keines, das 5 Sterne hat – was natürlich unser Ziel ist. Seit gut zwei Jahren ist mit dem Michi Preyer ein junger Winemaker dabei. Wir möchten ganz bewusst die nächste Generation mit hineinbringen und er ist auch der Mann, der unsere „Signature Weine“ kreieren wird.

Weingut Dürnberg in Falkenstein Die vier „Dürnberger“ haben große Visionen.
Die vier „Dürnberger“ haben große Visionen.

Sie laden Weinfreunde ein, Miteigentümer/Aktionäre Ihres Weinguts zu werden. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?
Wir haben darüber nachgedacht, wie es in der Zukunft weiter geht: Man kennt uns mittlerweile, die Weinqualität ist unbestritten gut, aber wo wir noch nicht sind, das ist diese absolute Top-Kategorie der österreichischen Weingüter. Also da meinen ich z.B. ein Polz oder Tement in der Steiermark oder F.X. Pichler in der Wachau – da gehören wir noch nicht dazu. Und dann haben wir uns gefragt: Wie kommen wir dorthin? Wir haben ja 2018/2019 einen signifikanten Ausbau des Weinguts gemacht. Das haben wir zu einem Teil über ein Crowdfinancing finanziert und das hat sehr gut funktioniert. Da haben Freunde des Weinguts ein Darlehen gegeben, in Summe waren das 650.000 Euro. Diese Freunde, die sind heute alle treue Kunden, die kennen wir alles so gut wie persönlich. Das ist ein bisschen wie es früher einmal war – also die persönliche Beziehung zu einem Winzer. In den letzten Jahren ist das leider ziemlich in den Hintergrund geraten. So sehr ich das Virtuelle schätze, den Onlineshop zum Beispiel, aber es fehlt dieser persönliche Kontakt. Diesen wollten wir wieder reetablieren und ich glaube auch, dass es den Leuten gefällt, gerade bei so einem Genussprodukt wie Wein. Unsere Ambition lautet: Wir wollen die absoluten Top-Weine des Weinviertels kreieren – quasi die „Signature Weine“. Und dann haben wir uns gefragt: Was brauchen wir dazu? Wir brauchen einen optimal ausgestatteten Keller (Fasskeller, Flaschenreifekeller, zusätzliche Lagerfläche), den haben wir heute noch nicht. Da das Crowdfunding so gut funktioniert hat, haben wir gesagt, wir bieten Kunden und Freunden eine echte Beteiligung an. Also nicht nur ein Darlehen. Um zu zeigen, dass es uns ernst ist, haben wir bereits im letzten Jahr die bestehende GmbH umgewandelt in eine Aktiengesellschaft und haben begonnen das zu bewerben. Man kann sich auf der Homepage registrieren, ganz unverbindlich als Interessent, und wird auf dem Laufenden gehalten.

Weshalb gibt es so ein Projekt noch nicht in Österreich?
Wenn ich zu einem Winzer sage: Was hast du für eine Umsatz gemacht die letzten drei Jahre? Dann fällt er lieber tot um, bevor er mir das erzählt. Das ist eine unmoralische Frage. (lacht) Als Aktiengesellschaft müssen wir Transparenz leben. Und damit tun sich die Leute natürlich schwer. Bei uns ist es so: Jeder Aktionär ist an den Weingärten, an den Weinflaschen, an jedem Traktor, an jedem Holzfass beteiligt. Da tun wir uns insofern leichter, also mit dem Verkaufen, weil wir nie so ein klassischer Familienbetrieb waren, wie es für Österreich üblich ist.

Wieso sollten sich Weinfreunde für Aktien entscheiden?
Wir treffen mit dem Projekt den Zahn der Zeit. Eine Flasche Wein trinkt man in den seltensten Fällen alleine, wenn ich dann eine Flasche Dürnberg auf den Tisch stelle, dann kann ich garnicht anders als meinen Freunden diese Geschichte der Beteiligung zu erzählen. Aktionäre sind also nicht nur Miteigentümer, sondern auch Markenbotschafter. Damit wir für die Aktionäre, für den persönlichen Kontakt und Austausch auch was haben, machen wir einen großen, spektakulären Verkostbereich auf das Dach des Weinguts. Da können wir einen Kontakt mit den Leuten herstellen und größere Veranstaltungen organisieren. Wir wollen daraus kein Restaurant machen, sondern es soll fokussiert sein auf das Thema Wein. Jeder Aktionär hat eine Aktionärskarte, mit der hat er 24/7 Zugang zu diesem Verkostbereich. Alle Weine sind eingekühlt und auch Brot sowie Käse wird es in Selbstbedienung geben. Und Musik vom Plattenspieler.

Das Weingut Dürnberg in Falkenstein.
Das Weingut Dürnberg in Falkenstein.

Bei der Beteiligungshöhe haben Sie eine Grenze gesetzt. Aus welchem Grund?
Das Geld steht nicht im Vordergrund. Ja, wir wollen auch das Geld haben für diesen Ausbau aber das würden wir in Wahrheit auch über die Bank bekommen. Uns geht es um die Community. Es ist nicht gut, wenn ich neben „500-Euro-Aktionären“ jemanden habe, der dann daher kommt und sagt „ich habe 250.000 Euro investiert“. Ich hätte am liebsten 8000 Aktionäre, die je 500 Euro investiert haben. Wir kommunizieren auch ganz offen, dass es nicht möglich sein wird größere Beträge zu investieren. Auch ist das was wir hier anbieten keine Altersvorsorge. Da gibt es geeignetere Instrumente dafür. Die Leute sollen das als einen Spaß, als emotionale Beteiligung sehen. Aktionäre bekommen 5 % Dividende – zieht man die Kapitalertragsteuer ab, sind das dann keine großen Summen. Es ist kein klassisches Veranlagungsmodell, sondern es ist ein Freundes- Community-Modell. Ab Mai machen wir an den Wochenenden „Tag der offenen Türe“, wo wir alle Interessenten herzlich zum Kennenlernen einladen und ab Oktober machen wir eine Zeichnungsfrist über eine Plattform, so wie wir das mit dem Crowdfunding gemacht haben. Wir führen ein Aktionärsregister, da ist man eingetragen. Zudem bekommt jeder ein Aktienzertifikat und eine Bestätigung über die Eintragung ins Aktionärsregister. Diese ist quasi der Nachweis, dass ich beteiligt bin. Ein Aktiendepot als Aktionär wird nicht benötigt.

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WEINGUT DÜRNBERG

  • Dürnberg Fine Wine AG
  • Neuer Weg 284
  • A-2162 Falkenstein
  • Tel. +43 (0)2554/85 355
  • www.duernberg.at

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